baustelle naturbo eyra tagespflege fertigestellt

Eyra Tagespflege

„Wärme steigt doch nach oben – oder?“
Wie aus einem ehemaligen Aldi eine behagliche Tagespflege wurde und am Ende 70 % Energie eingespart wird.
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Kann eine Deckenheizung einen ehemaligen Supermarkt wirklich zuverlässig beheizen? Noch dazu ein energetisch nicht ideales Bestandsgebäude mit einer Raumhöhe von rund 2,90 Metern?
Diese Frage beschäftigte auch den Bauherrn beim ersten Gespräch. Schließlich steigt Wärme bekanntlich nach oben. Oder?
Tatsächlich steigt warme Luft nach oben. Strahlungswärme wirkt dagegen unabhängig von der Luftströmung und erwärmt direkt die umgebenden Oberflächen und Menschen im Raum. Um die letzten Zweifel auszuräumen, machten wir uns selbst auf den Weg nach Wriezen in Brandenburg.

Das Projekt auf einen Blick

  • Projekt: Umbau einer ehemaligen Aldi-Filiale zur EYRA Tagespflege
  • Standort: Wriezen, Brandenburg
  • Umbau: 2025, rund sechs Monate
  • Herausforderungen: Niedertemperaturheizung, spätere Kühlung und begrenzte Deckenlast
  • Systemlösung: Vollflächige Deckenheizung und -kühlung
  • Produkt: naturbo Klima-Trockenbauplatte
  • Projektumfang: ca. 800 m²
  • Deckenhöhe: ca. 2,90 m
  • Wärmeerzeugung: Zunächst Gas, Umstellung auf mehrere Wärmepumpen in Kaskadenschaltung vorgesehen

Von alten Konvektoren zur Flächenheizung

In der ehemaligen Aldi-Filiale waren noch klassische Konvektionsheizer vorhanden. Diese erwärmen hauptsächlich die Raumluft und benötigen vergleichsweise hohe Vorlauftemperaturen.
Für die zukünftige Gebäudetechnik war das keine ideale Ausgangslage: Die Bauherren wollten auf Wärmepumpen umstellen und die Räume im Sommer zusätzlich kühlen. Dafür wurde ein System benötigt, das bereits mit niedrigen Temperaturen ausreichend Leistung in die Räume bringt.
Bei unserem gemeinsamen Vor-Ort-Termin erklärten wir, warum die Decke dafür hervorragend geeignet ist. Die großflächige Wärmeabgabe erzeugt eine gleichmäßige Strahlungswärme, ohne dass zuerst große Luftmengen erwärmt und im Raum verteilt werden müssen.
Restzweifel blieben zunächst trotzdem. Letztlich schenkte uns der Bauherr sein Vertrauen.


Als die Statik plötzlich zum Thema wurde
Während der Planung kam eine weitere Herausforderung hinzu. In einer ersten Bewertung hieß es, dass lediglich 15 kg/m² an der vorhandenen Dachkonstruktion abgehängt werden könnten. Für den geplanten Aufbau mit rund 30 kg/m² schien das zunächst nicht auszureichen.
Kurzzeitig stand deshalb sogar eine leichtere Sonderanfertigung der Lehmplatten im Raum.
Die finale Auslegung durch den Statiker brachte schließlich die Lösung: Die Abhängungen konnten im Abstand von jeweils rund einem Meter direkt im Bereich der vorhandenen Nagelplattenbinder befestigt werden. Dadurch ließ sich die erforderliche Last sicher in die Dachkonstruktion einleiten und die reguläre naturbo Klima-Trockenbauplatte konnte eingesetzt werden.
Die gesamte Decke wurde anschließend mit klassischen Metallprofilen abgehängt.

Lehm, Sichtmauerwerk und schwarzer Stahl
Auch gestalterisch entstand aus der ehemaligen Verkaufsfläche etwas völlig Neues. Die neu gemauerten Zwischenwände blieben teilweise sichtbar. Zusammen mit großflächigen Glaselementen und schwarzen Rahmen entstand ein moderner, fast industrieller Charakter.
Die helle Lehmdecke bildet dazu einen natürlichen Gegenpol. Sie integriert Heizung und Kühlung unsichtbar in die Raumgestaltung und kann kurzfristige Feuchtigkeitsspitzen aus der Raumluft aufnehmen und später wieder abgeben.
Das Ergebnis verbindet die Geschichte des Gebäudes mit einer modernen Tagespflege: robust, offen und gleichzeitig angenehm natürlich.


Der Moment der Wahrheit
Kurz nach der Inbetriebnahme war die Regelung noch nicht optimal eingestellt. Die Deckenheizung lief mit einer Vorlauftemperatur von etwa 36 °C – bei einer bewusst hohen gewünschten Raumtemperatur für die Gäste der Tagespflege.
Dann erreichte uns eine WhatsApp-Nachricht des Betreibers:
„Deine Deckenheizung ist der Hammer, das wird so warm 😊 Ich habe sie heute erstmal ausgemacht 😊 Die Leute schwitzen wie Sau 😉“

Der Verbrauchsvergleich überrascht selbst den Betreiber

Nach dem ersten vollständigen Winter liegen nun reale Verbrauchsdaten aus dem Gebäude vor. Beide Bereiche wurden während dieses Zeitraums noch mit Gas beheizt:

Heizsystem: naturbo Deckenheizung
Beheizte Fläche: ca. 800 m²
Gasverbrauch: 3.200 m³
Verbrauch je m²: 4,0 m³/m²

Heizsystem: Bestehende Konvektionsheizer
Beheizte Fläche: ca. 150 m²
Gasverbrauch: 2.128 m³
Verbrauch je m²: 14,2 m³/m²

Damit lag der gemessene Gasverbrauch im Bereich mit Deckenheizung flächenbezogen rund 72 % niedriger. Anders ausgedrückt: Der Bereich mit den Konvektionsheizern benötigte je Quadratmeter etwa 3,5-mal so viel Gas.
Auch der Betreiber konnte die gemessenen Werte zunächst kaum glauben.

Wie lässt sich der Unterschied erklären?
Der niedrige Verbrauch ist das Ergebnis mehrerer Faktoren:
  • Der hohe Strahlungsanteil sorgt für Behaglichkeit, ohne ausschließlich die Raumluft erwärmen zu müssen.
  • Die gleichmäßige Wärmeverteilung reduziert überhitzte Bereiche und unnötige Luftbewegungen.
  • Die niedrige Vorlauftemperatur verbessert die Effizienz der Wärmeerzeugung.
  • Die in der naturbo Platte integrierte Dämmschicht begrenzt den Wärmefluss nach oben und lenkt die Energie in den Raum.
  • Der oberflächennahe Systemaufbau und die gute Wärmeleitung der Lehmoberfläche ermöglichen eine überraschend schnelle Reaktion.
  • Die Speichermasse des Lehms unterstützt gleichmäßige Oberflächentemperaturen und ein behagliches Raumklima.

Die Verbrauchswerte sind ein realer Vergleich innerhalb dieses konkreten Projekts. Da Nutzung, Gebäudebereiche und bauliche Randbedingungen nicht vollständig identisch sind, handelt es sich nicht um eine standardisierte Vergleichsmessung.

„Wir würden nichts anderes mehr einbauen“
Heute ist der Betreiber nicht nur von der Heizleistung überzeugt:
„Super sparsam, super Raumklima und eine schnelle Reaktion der Deckenheizung. Die älteren Gäste fühlen sich wohl, gut aussehen tut es auch – wir würden nichts anderes mehr einbauen.“
Im nächsten Schritt soll die bestehende Gasversorgung durch mehrere in Kaskade geschaltete Wärmepumpen ersetzt werden. Dank der niedrigen Systemtemperaturen ist die Deckenheizung dafür bestens vorbereitet. Gleichzeitig kann sie künftig zur sommerlichen Kühlung der Tagespflege genutzt werden.

Planen Sie ebenfalls den Umstieg auf eine Wärmepumpe?
Ob ehemaliger Supermarkt, Pflegeeinrichtung, Schule oder anspruchsvolles Bestandsgebäude: Wir prüfen, wie sich Heizen und Kühlen mit einer naturbo Lehmdecke effizient und gestalterisch überzeugend verbinden lassen.
Lassen Sie Ihr Projekt unverbindlich von naturbo prüfen.
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